Neu-Isenburger pro RTW

Mobilität und Lebensqualität für unsere Stadt

Zur Einführung: 

Von der antiken Polis, zur Verstädterung, hin zu Mega-Metropolen. Im Kapitel "Die Stadt und der Verkehr" werden verschiedenartigste Aspekte der Urbanisierung angesprochen.

15. Studie des Umwelt-Bundesamtes:

Aktuelle Verkehrspolitik benachteiligt Menschen mit geringem Einkommen

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-verkehrspolitik-benachteiligt-menschen

14. Die Regionaltangente Ost (RTO)

https://www.gruene-frankfurt.de/fraktion/parlament/antraege-und-anfragen/etatantrag/2019/den-oepnv-ausbauen-mit-einer-regionaltangente-ost-einen-schienenring-rund-um-frankfurt-schaffen/

https://www.fnp.de/frankfurt/frankfurt-bahn-ring-sbahn-hauptbahnhof-stadtteil-tunnel-neu-sued-nord-13904680.html

Die von den Frankfurtern Parteien favorisierte Variante verdient nicht die Bezeichnung Regionaltangente weil sie Frankfurt  nicht entlastet. Im Gegenteil, sie soll sogar, aus Offenbach kommend,  in Sachsenhausen, Bahnhof Frankfurt Süd halten und dort Passagiere aufnehmen. Wo ist da der Entlastungseffekt? Das ist keine Regionaltangente mehr sondern einfach nur eine weitere Bahnlinie mitten durch Frankfurt. Und Bahnverbindungen aus und nach Offenbach gibt es ohnehin genug. Logisch ist nur die Verbindung der RTO an die RTW in Isenburg Ost. (Der Landkreis Offenbach ist bisher bahntechnisch ohnehin nur marginal versorgt.)


13. Park(ing) Day 2020 in Frankfurt am Main

https://hessen.vcd.org/der-vcd-vor-ort/landesverband-hessen/landesverband-hessen/news/frankfurt-parking-day-2020-parks-statt-autos/

https://www.lifepr.de/inaktiv/vcd-landesverband-hessen-ev/Frankfurt-Park-ing-Day-2020-Parks-statt-Autos/boxid/815420

12. Der sog. Park(ing) Day im Jahr 2020 in Neu-Isenburg (Pressemitteilung der Stadt)

https://neu-isenburg.de/buergerservice/rathauspresse/pressemitteilungen/pressemitteilung/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=7795&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=785bf8c4f1723f5e415ac7bfeddc877f

11. Die Kfz- und Luftfahrtindustrien - Auswirkungen der Pandemie  (01. Juli 2020)

"Die Welt befindet sich im Wandel - Die Autoindustrie steht an der Ampel " - so lautet ein aktueller Slogan. Entspricht er den Tatsachen? Im Moment lagern in den Verkaufshallen der Autohändler neue Autos in einem Gesamtwert von ca. 15 Mrd. Euro. Diese Autos will aber im Moment niemand haben. Obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht ist, dass sie die Pandemie ohne gravierende finanzielle Einbussen überstehen wird, hält man sich bei Anschaffungen von größeren und teuren Gebrauchs- und Konsumgegenständen deutlich zurück. Im Jahr 2019 betrug der Umsatz mit Neuwagen 121,13 Mrd. Euro, der Gebrauchtwagenmarkt erwirtschaftete 89,73 Mrd. Die Bundesregierung hat bei der Erstellung des 130 Mrd. teuren Konjukturpakets den Wunsch der Autoindustrie nach Kaufprämien für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren abgelehnt, dafür wurden höhere Bonusse für Elektro- und Plug-in-Hybride beschlossen. Außerdem sollen die Hersteller von der sechsmonatigen Senkung der MwSt. von 19% auf 16 % profitieren. Überraschend hierbei ist, dass die Ablehnung der Kfz-Prämie für Verbrenner auf Druck der SPD und zwar gegen den ausdrücklichen Wunsch der Gewerkschaften erfolgte. Umfragen zufolge  kann sich die SPD-Spitze auf die entsprechende Haltung der Mehrheit der Bevölkerung verlassen, welche einer erneuten Abwrackprämie deutlich ablehnend gegenüber steht.

Ein Blick in die aktuellen Marketingsprogramme der Hersteller zeigt, dass viele von ihnen inzwischen sogar die komplette MwSt reduzieren, ein französischer Hersteller hatte als erster diesen Schritt unternommen, andere ziehen inzwischen nach.

Weiterhin ist geplant, dass die Kfz-Steuer für Vielverbraucher deutlich steigt, gleichzeitig wird die Kfz-Steuerbefreiung für Elektro-Fahrzeuge bis zum 31.12.2030 verlängert. Für Zukunftsinvestitionen der Fahrzeighersteller und der Zulieferindustrie wird für 2020/2021 eine weitere Milliarde zur Verfügung gestellt. 2,5 Mrd. werden in den Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur investiert, ein einheitliches Bezahlsystem soll zügig installiert und an allen Tankstellen Ladepunkte angeboten werden. Nun... ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bezüglich solcher Ankündigungen nur eingeschränkten Optimismus empfinde, die Vergangenheit macht vorsichtig.

Die grundlegende Frage aber bleibt: Warum müssen Staat und Gesellschaft eine Industrie zwingen, sich zu transformieren? Warum muss Tesla kommen, um die wachzurütteln? Warum machen die das nicht von alleine? Warum soll der Steuerzahler immer wieder einspringen? Können die nichts anderes als nur Besitzstandswahrung? Ist das die konkrete Ausprägung der sozialen Marktwirtschaft, dass der Steuerzahler ständig Industriezweige retten soll, die keine Risikoallokation betreiben und keine Rücklagen bilden und sich nicht den Anforderungen des Marktes stellen? Nur noch jeder dritte Neuwagen wird von Privaten gekauft, jeder zweite von ihnen ist über 50 Jahre alt, jeder dritte über 60. Der durschnittliche Neuwagenpreis stieg 2019 auf 34.870,- Euro an, 2008 waren es noch 23.000,-. Junge Menschen starten heutzutage ins Berufsleben mit enormen Unsicherheiten, auch der Nachwuchs des Bürgertums bekommt max. Zweijahresveträge, Probezeiten werden immer wieder verlängert, die Versicherungsbeiträge für Fahranfänger sind astronomisch, die Mieten unbezahlbar. Eine ganze Generation fällt als potenzieller Käufer von Autos weg.

Nicht viel besser ergeht es der Flugzeugindustrie. Airbus wird 15.000 Arbeitsplätze abbauen, davon 6.000 in Deutschland. Die Lufthansa konnte nur mit massiver staatlicher Unterstützung gerettet werden, 9 Mrd. Euro muss der Steuerzahler aufbringen.  Condor überlebt nur Dank staatlicher Kredite. Auto- und Luftfahrtindustrie haben in den vergangenen Jahrzehnten beispiellose Zuwächse verzeichnet, ein Totalausfall infolge einer Pandemie war nicht einkalkuliert, Dividendenausschüttungen waren wichtiger als Forschung + Entwicklung und Rücklagen und Diversifikation. Wieviele unnötige Inlandsflüge bietet die LH, welche die Umwelt enorm belasten? Wie bequem und verwöhnt  muss man sein, um von Nürnberg nach München zu fliegen? Muss man für 9,- Euro mit der Ryanair zum Ballermann fliegen? Mir geht es jedoch nicht darum, irgendwelche Entscheidungsträger zu verurteilen, denn es liegt in der Natur des Menschen, Fehler zu machen. Die Frage ist jedoch, ob man/frau aus den Fehlern lernt. Und da habe ich erhebliche Zweifel. In den vergangenen Tagen haben sich in Frankfurt die lokale IHK und die Handwerkskammer gegen die Ausweisung von weiteren Radwegen gewandt, die wesentlichen Strassen sollten nur den PKWs und LKWs vorbehalten bleiben. Frage: Wie nennt man Leute, die nichts aus ihren Fehlern lernen? Die wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren?

 Was hat uns die Pandemie gelehrt?  Man kann Auto fahren und fliegen - man muss aber nicht.   

https://de.statista.com/themen/1430/neuwagenhandel/

https://de.statista.com/themen/1377/gebrauchtwagenhandel/

https://www.aerotelegraph.com/15000-arbeitsplaetze-weniger-airbus-stellenabbau-trifft-deutschland-am-staerksten


10. ...und der Gewinner ist .... das Fahrrad !    (7. Juni 2020)

Welches Verkehrsmittel ist der Gewinner der Epidemie?  Das Fahrrad !

Wer hätte das gedacht ... ausgerechnet der ADAC, Toplobbyist der alten Autoindustrie, verkündet in der letzten Ausgabe seiner Zeitschrift Motorwelt Nr. 2 Sommer 2020 den Gewinner des neuen Zeitalters.

Zitat: "Das Rad ist das perfekte Fortbewegungsmittel".   Und das sogar auf der Frontseite.

So ändern sich die Zeiten. Corona sorgt für einen Fahrradboom ohnegleichen, den Händlern werden die Räder regelrecht weggerissen. 

Erst im Januar 2020  hatte der ADAC verkündet, dass er nicht mehr gegen ein Tempolimit auf der Autobahn ist und damit für eine große Überraschung gesorgt. Offenkundig hat sich allmählich auch in München herumgesprochen, dass die Präferenzen der Bevölkerung sich gewandelt haben.  Späte Einsichten, aber immerhin.

Wer ist noch Gewinner der Krise? Der ÖPNV-Nutzer !  Warum?  Weil er jetzt viel mehr Platz als früher hat, Busse und Bahnen fahren und kommen pünktlich an. Das im Rhein-Main-Gebiet chronisch  überlastete ÖPNV-System kann jetzt   seinen Service im Rahmen seiner ursprünglich geplanten Leistungsfähigkeit anbieten.

Verlierer ist erwartungegemäß das Auto. Ohne die massive staatliche Förderung wäre dieses Fortbewegungsmittel vermutlich nur noch für Handwerksbetriebe unterwegs, also als Firmenauto. Jeder Dritte Neuwagenkäufer ist über 60 jahre alt. Für die junge Generation ist das Auto irrelevant, vor allem in den Ballungsräumen. Wenn ich mich richtig erinnere, werden 3/4 aller Neuwagen von Firmen bestellt, für Private sind  die Anschaffung und der Unterhalt eines PKWs schlicht und einfach zu teuer. Plug-in-Hybride und Elektro-Autos sind fast unbezahlbar. Mal sehen, ob die neue staatliche Förderung hierbei etwas ändert oder ob die Hersteller versteckte Preiserhöhungen durchzusetzen versuchen.

Interessanterweise versucht der Gesetzgeber, über den neuen Führerschein B196 den Absatz von kleineren Motorrädern und Rollern bis 125 ccm zu fördern, da diese teilweise mit dem Autoführerschein gefahren werden können. Die Verkaufspreise für neue Roller bewegen sich bei ca. 2.500-5.000 Euro, außerdem hat man nicht das Problem der Parkplatzsuche. Ökologisch sinnvoll, weil man kein unnötiges Gewicht mit sich herumschleppt. Bei den meisten Autos sitzt nur eine Person drin , 1500 Kg Stahl fahren leer durch die Gegend.


9. Fahrraddiebstahl in Deutschland:      (01. Mai 2020)

Leipzig ist die Hauptstadt der Fahrraddiebe:

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Fahrraddiebstähle je Bundesland: Berlin ist "Spitze", Hessen schneidet gut ab

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8. Bessere Luft zu Zeiten der Kontaktsperre

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Im Rhein-Main-Gebiet dürften die Auswirkungen noch gravierender wegen des Ausfalls des Flugverkehrs sein.

7. Weniger klassische Fahrräder, mehre Elektro-Fahrräder (24.04.2020)

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6. Luxemburg führt am 1. März 2020 kostenlosen ÖPNV ein (07. März 2020)

Als erster Staat der Welt hat Luxemburg einen kostenlosen ÖPNV eingeführt. Bus, Bahn und Tram können jetzt von Einheimischen, Pendlern und Touristen unentgeltlich benutzt werden. Nur die Benutzung der 1. Klasse bleibt weiterhin kostenpflichtig.

Luxemburg ist ein relativ kleines Land, Fläche  2.586,4 km sowie 613.000 Einwohner, hat täglich den Einzug von 200.000 Pendlern aus Belgien, Deutschland und Frankreich zu verkraften. Das Land ist eine einzige große Baustelle, die Staus legendär.  Die Regierung wird in den Jahren 2018 - 2027 4 Mrd. Euro in die staatseigene Bahngesellschaft CFL investieren, es wurden bereits 40 neue Züge bestellt. Für die Tram in der Hauptstadt sind weitere 550 Mio. Euro vorgesehen. Die jährlichen Kosten des unentgeltlichen ÖPNV liegen bei 41 Mio. Euro,  die Finanzierung erfolgt über Steuermittel. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass der bisherige Kostendekungsgrad bei den Bussen bei nur 6 % lag, bei der Bahn sind es immerhin 10 %. Für nur 4 Euro bekam man bisher ein Tagesticket für alle Verkehrsmittel. 

Am Luxemburger Bahnhof sollen künftig bis zu 1.000 Züge täglich abgewickelt werden. Zum Vergleich: In Frankfurt sind es 1.200, nach Hamburg der zweitgrößte Bahnhof Deutschlands. Die Kriterien für den künftigen Erfolg des Projekts sind Komfort, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Dauer der Umstiege. Deswegen wurden die 40 neue Züge bestellt.

5. Mobilitätsatlas 2019  (Ende Januar 2020)

Die den "Bündnis 90/Die Grünen" nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung sowie der VCD (Verkehrsclub Deutschland) haben kürzlich den "Mobilitätsatlas - Daten und Fakten für die Verkehrswende -  2019"  veröffentlicht. ( Das Dokument kann kostenfrei von den Webseiten beider Institutionen runtergeladen werden).

Ich werde mich hier mit zwei von den dort behandelten Kapiteln befassen, das erste betrifft die Gesundheit, das zweite die Transparenz hinsichtlich der vom Verkehr verursachten Kosten. Letzte basiert größtenteils auf eine vom Verband Allianz pro Schiene im Auftrag gegebene Studie im Jahr 2017, veröffentlicht 2019.

5. a) Verkehr und Gesundheit

Das Bundesverwaltungsgericht hat 2018 Fahrverbote für Dieselfahrzeuge für zulässig erklärt soweit es darum geht, die Gesundheit der Menschen zu schützen. Für viele Autofahrer war dies ein Eingriff in die persönliche Freiheit. Was sie dabei ignorieren ist, dass die Freiheit des Einzelnen nach unserem Rechtsverständnis nicht zulasten Anderer ausgeübt werden kann. 

Nach Angaben der WGO (Weltgesundheitsorganisation) gehört die Luftverschmutzung weltweit zu den größten Gefahren unserer Gesundheit. Saubere Luft ist ein Lebenselixier, ein Mensch benötigt davon täglich ca. 10.000 Liter. Doch neben dem Sauerstoff atmen wir auch Viren, Bakterien und Verkehrsabgase ein. Allein in Europa sterben jährlich 800.000 an den Folgen schlechter Luft.  In Deutschland wird die Zahl der vorzeitigen Todesfälle, die auf Feinstaub und Ozon zurückzuführen sind, auf 13.000 geschätzt; weitere 2.500 sterben aufgrund der Stickoxidemissionen im Straßenverkehr. An den Folgen schlechter Luft erkranken in erster Linie Kinder, Schwangere, Ältere sowie gesundheitlich vorbelastete  Menschen. 

Die EU hat schon früh damit begonnen, strengere Abgasvorschriften zu erlassen. Gleichzeitig war jedoch zu beobachten, dass die Kontrolle bei der Zulassung der Automodelle sowie im Alltag sehr lasch war, die von den Herstellern angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte waren deutlich günstiger als die tatsächlichen. Letztendlich wurde 2015 auf Druck der amerikanischen Behörden bekannt, was ohnehin jeder wusste: Die Abgaswerte werden massiv manipuliert. 

Infolge von Unfällen sterben jährlich in Deutschland 3.000 Menschen, weitere 250.000 werden verletzt, davon 35.000 schwer. Zwei Drittel der Unfälle werden von PKWs verursacht, besonders betroffen sind Fußgänger und Radfahrer. Der PKW mutiert in diesen Fällen konstruktionsbedingt vom Mobilitätsinstrument zur Waffe.  

 Weitere Leidtragende des Lärms und der Abgase sind Menschen, die an verkehrsreichen Straßen leben. Hier würde Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in den Städten den Lärm um 3 Dezibel reduzieren, im Vergleich zum Tempo 50 ist das etwa die Hälfte des wahrgenommenen Lärms. Hinzu kommt noch die Reduzierung der Schadstoffe. 

Die Bundesregierung  hatte im Koalitionsvertrag beschlossen, Maßnahmen zu treffen, um die Zahl der Unfälle, der Getöteten und der Verletzten erheblich zu reduzieren. Man sprach von der Vision Zero. Dieses Ziel bleibt ohne ein Tempolimit auf den Autobahnen eine Utopie. In diesem Zusammenhang ist eine geradezu als sensationell zu bewertende Nachricht zu vermelden: Der ADAC hat seinen Widerstand gegen ein generelles Tempolimit aufgegeben. Dies wird u.a. mit der zunehmenden Aggressivität im Straßenverkehr begründet. 

 5. b) Der Verkehr und seine tatsächlichen Kosten

Eine Voraussetzung für einen  fairen Wettbewerb zwischen den verschiedensten Vekehrsmitteln ist die Ermittlung und Benennung der mit deren Nutzung verursachten Kosten. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Die Bundesregierung hat z.B. keinerlei Kenntnis darüber, welche Folgekosten der Verkehr in Deutschland verursacht. Die Untersuchung des Verbandes  Allianz pro Schiene kommt zum Ergebnis, dass diese Kosten sich im Jahr 2005 auf 80 Mrd. Euro beliefen, im Jahr 2017 jedoch bereits auf 149 Mrd. wuchsen.

Warum regt sich niemand darüber auf? Weil uns, den Bürgern, keine Rechnng hierfür präsentiert wird. Stattdessen fehlt diese ungeheure Summe bei den so wichtigen Bereichen wie Bildung, Gesundheit , Forschung + Entwicklung, Innere Sicherheit. Das Geld ist garnicht da, also kann auch nicht darüber verfügt  werden.

Die 149 Mrd. Euro teilen sich in etwa folgendermaßen auf:

- 61 Mrd Euro entfallen auf die Unfälle

- Die Klimakosten des Verkehrs belaufen sich auf ca. 21 Mrd.

- Die Kosten für Natur und Landschaft 12,8 Mrd.

-Kosten für vor- und nachgelagerte Prozesse 30,8 Mrd.  (gemeint sind externe Kosten der Fahrzeugherstellung und Abmeldung/Verschrottung)

- Kosten für Lärmschutz 8 Mrd.

Eigentlich kennt unser Rechtssystem das Verursacherprinzip, hier jedoch wird davon deutlich abgewichen. Die Ermittlung der Unfallkosten erfolgt anhand des "Handbuchs  der externen Kosten" der EU-Kommission.

Der Verband Allianz pro Schiene verweist daraufhin, dass die durch die Unfälle veursachten Kosten teilweise von den Sozialkassen und nicht allein von den Kfz-Versicherungen übernommen werden. Anders ausgedrückt: "Sozialkassen subventionieren Straßenverkehr". Die Bundesregierung kennt keine Zahlen und  lehnt eine veursachergerechte Finanzierung ab. In Deutschland vereinbaren die Kfz-Haftpflichtversicherer und Krankenkassen über sog.  Teilungsabkommen eine gemeinsame Finanzierung der Unfallkosten über pauschale Kostensätze. Sinn dieser Regelung ist eine weniger komplizierte Abwicklung der Unfallfolgen, dies  führt aber auch zu einer nicht verursachergerechten Finanzierung dieser Beträge.

Anders ausgedrückt: Unsere Beiträge an die Kfz-Versicherung  würden deutlich steigen, stattdessen die Beiträge an die Krankenkassen sinken.

 

4. Was um Himmels willen ist   Biophilie  oder Biophilia?

Etymologie :  ὁ βίος = Das Leben + η φιλία = Die Freundschaft = Die Freunschaft zum Leben

Der Begriff wurde außerhalb Griechenlands zum ersten Mal vermutlich vom Sozialpsychologen und Psychoanalytiker Erich From 1964 in seinem Buch Die Seele des Menschen verwendet. Sinngemäß ist es also die Freude zum Leben, zu allem Lebendigem, zu allem Friedlichem, Schönem, Gutem.  Später erschien das Buch des Amerikaners Edward  O. Wilson, der einen evolutionstheoretischen Ansatz verfolgte und damit die Empfänglichkeit des Menschen für die vielfältigen Formen des Lebens und der Ökosysteme ansprach. Sein Buch The Biophilia Hypothesis  erschien 1993. Seither  wird versucht, die Grundidee beider Veröffentlichungen zu verbinden und in ihnen eine allumfassende ideelle Basis für den Schutz des Menschen, für Frieden, für die Ehrfurcht vorm Leben, für den Umweltschutz zu erkennen. Solche Gedanken sind natürlich nicht völlig neu, man kennt sie teilweise z.B. aus der Zeit der deutschen Romantik.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff der autogerechten Stadt geprägt, die damalige und heutige deutsche Hauptstadt Berlin wurde vom Städtebauer Martin Wagner und den späteren Bürgermeister Ernst Reuter entsprechend gestaltet, es entstanden Pläne für Autohochstrassen von einer Länge von 47 Kilometern. Die NS-Diktatur übernahm die Pläne und ließ im ganzen Reich große Ausfallstraßen von den Innenstädten zu den neu errichteten Autobahnen bauen.

Erst viel später, im Jahr 1959 erschien das Buch "Die autogerechte Stadt" des Architekten und Stadtplaners Hans Bernhard Reichow. Insbesondere in den Neubauquartieren konnte den Bedürfnissen des Autofahrers absolute Priorität Rechnung getragen werden, folglich zu Lasten der Umwelt. Riesige Flächen wurden und sind heute noch asphaltiert. Die exzessive  Flächenversiegelung  ist eine der Ursachen der Verringerung der Biodiversitität.

Im Bereich der biophilen Designs, der biophilen Architektur und der biophilen Städteplanung geht es um Korrekturen einer Entwicklung, die aus heutiger Sicht als völlig verfehlt und geradezu desaströs bezeichnet werden muss. Einige der angedachten Maßnahmen sind:

-Fensterblick in die Natur-Nähe zum Wasser-Biomorphe Formen und Muster-Materialien aus der Natur wie Holz, Leder, Fossilien, Bambus, Stein-Mehr Muskelkraft (Fussgänger und Radfahrer) statt Benziner und Diesel-mehr natürliche Geräusche und Gerüche-mehr natürliches, diffuses Licht.

Besonders intensiv wird hierzu die Diskussion in Darmstadt geführt, die Stadt gilt als außerordentlich erfolgreich im Bereich der Biodiversitität, mit 1300 Pflanzenarten ist  sie  Spitzenreiter in Deutschland. Jedoch ist eine deutliche negative Tendenz bemerkbar, der Wegfall von Grün und Bäumen wird die Sommerhitze lebensbedrohender und die Luft schlechter machen. Dabei ist uns allen bekannt, dass eine saubere und gesunde Natur eine heilende Wirkung auf die Menschen hat. Die wissenschaftliche Forschung konnte beweisen, dass z.B.  das Maß an Erkrankungen durch Depression mit der Zahl der Bäume in einer Stadt in Korrelation steht. Anders ausgedrückt: Weniger Bäume heisst mehr psychische Erkrankungen. Es ist deshalb besonders wichtig, den Verlust biologischer Vielfalt in den Städten aufzuhalten. Wenn in Zukunft immer mehr ärmere Bevölkerungssichten in stark versiegelten, bioarmen Quartieren wohnen, wird dies zu neuen  sozialen Spannungen führen.


3.  Vermittlungssausschuss beschliesst Senkung der MwSt auf Zugtickets (16.12.2019)

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich darauf verständigt, die Mehrwertsteuer auf Zugtickets für Reisen ab einer Distanz von 50 Kilometern von 19 auf 7 %  zu senken. Damit wird der Schienenverkehr für die Passagiere  preislich attraktiver. Die DB rechnet mit ca. 5 Mio mehr Reisenden pro Jahr, es wurden bereits  30 zusätzliche ICEs bestellt die auf deutschen Schnellfahrstrecken zum Einsatz kommen und mit Tempo 300  das Angebot für die Reisenden  verbessern.

2. Zum geplanten Fernbahntunnel für Frankfurt  (09. 12. 2019)

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht  einen Fernbahntunnel für Frankfurt vor - die dadurch eingesparten Minuten Fahrzeit sollen bundesweit wirken. Unter den Begriff "Deutschlandtakt" sind schnellere Strecken und wichtige Verbindungen im Halbstundentakt vor. Der Stadt Frankfurt kommt hier eine ganz erhebliche Bedeutung zu. Frankfurt  liegt zentral im Herzen des Fernverkehrsnetzes der Deutschen Bahn, zwischen Frankfurt und Mannheim treffen sich ICE, die nach Köln, Hamburg, Berlin, München, Basel,  Paris, Brüssel und Amsterdam fahren.

Das Bundesministerium für Verkehr plant einen zweigleisigen Fernbahntunnel samt viergleisigem Tiefbahnhof. Dadurch soll das Wenden der Züge im bisherigen Kopfbahnhof gemieden werden. Die Strecke Frankfurt - Mannheim soll künftig maximal eine halbe Stunde dauern, die Fahrt von Frankfurt nach München über Mannheim drei Stunden und 54 Minuten statt der heutigen vier Stunden und 50 Minuten. Die Bahn soll künftig der Fliegerei Konkurrenz machen, die vollgestopften Autobahnen entlasten  und die Klimaziele erreichen helfen, insbsondere innerdeutsche Flüge sollen reduziert werden. Soweit mir bekannt soll auch die Lufthansa an Plänen arbeiten, weitere deutsche Städte direkt mit dem Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen zu verbinden.

Der Bundesverkehrwegeplan sieht mehrere Großprojekte in Süddeutschland vor, hier sind einige erwähnt:

  • Aus- und Neubaustrecke Hanau - Fulda
  • Fernbahntunnel Frankfurt und die Projekte unter dem Titel „Frankfurt Rhein/Main plus“ 
  • Umbau des Knotens in Stuttgart (Stuttgart 21) - analog zu Frankfurt entfällt der Kopfbahnhof
  • Ausbau München - Berlin
  • Aus- und Neubau Karlsruhe - Basel
  • Neue Strecke Frankfurt - Mannheim


1. Guter ÖPNV-Ausbau wirkt sich positiv auf die Immobilienpreise aus  (24.11.2019)

 Das BBSR, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat im Rahmen  einer Studie im Jahr 2015 festgestellt, dass eine gute ÖPNV-Anbindung die Immobilienpreise beeinflusst.

BBSR ( Hrsg.): Ökonomischer Mehrwert von Immobilien durch ÖPNV-Erschließung. BBSR-Online-Publikation 11/15, Oktober 2015.

Eine Bus- bzw. Bahnhaltestelle  im Umkreis von einem Kilometer geht mit bis zu 4,8 Prozent höheren Mieten und bis zu 4,7 Prozent höheren Kaufpreisen einher. Ursache hierfür  ist die Bereitschaft der Wohnungssuchenden, mehr für ein verbessertes ÖPNV-Angebot zu zahlen.

Im Oktober 2019 hat das Institut der Deutschen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Unternehmen BPD Immobilienentwicklung GmbH eine Studie mit dem Titel "Mobilität und Wohnen - Neue Perspektiven für die Stadtentwicklung" veröffentlicht.

Die wichtigsten Aussagen sind folgende:

  • Viele Menschen aus den Regionen ziehen  in die Ballungsräume um, es werden viele Baugebiete neu erstellt. Diese müssen schon vor dem Bezug der ersten Wohnungen an den ÖPNV angebunden sein (siehe "Birkengewann" und "Quartier Süd" !!).
  • Um die Investitionen in den Nahverkehr zu refinanzieren, bieten sich bei Neubauten beispielsweise die Wertzuwächse der Grundstückspreise durch die gute Anbindung an.
  • Dies wiederum setzt voraus, dass die  Kommune oder der Bauträger die Chance haben, die Grundstücke vor der Bodenwertsteigerung zu kaufen.